Klären wir an dieser Stelle doch zunächst einmal, um was es sich genau bei einer Wärmebrücke (die fälschlicherweise oftmals als Kältebrücke bezeichnet wird) handelt:
„Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Stellen, die im Vergleich zu den angrenzenden Bauteilen eine höhere Wärmestromdichte aufweisen. Die Folgen von Wärmebrücken sind erhöhte Wärmeverluste mit den einhergehenden niedrigeren Oberflächentemperaturen (Gefahr von Tauwasserbildung).“
Die entsprechende Normung wird in der Definition der Wärmebrücken noch konkreter:
„Nach DIN EN 10211 handelt es sich bei einer Wärmebrücke um einen Teil der Gebäudehülle, wo der ansonsten gleichförmige Wärmedurchlasswiderstand signifikant verändert wird durch:
Zusammenfassend lassen sich also folgende Dinge für die Definition/Lokalisierung von Wärmebrücken feststellen:
Somit können selbst bei einer einfachen und kompakten Gebäudehülle weit über 20 unterschiedliche Anschlusssituationen zusammenkommen!
Entscheidend bei der quantitativen Bewertung von Wärmebrücken ist das Verständnis, dass es sich bei den PSI-Werten immer nur um Verhältniswerte handelt. Der PSI-Wert allein ist kein Maß zur Bewertung einer Anschlusssituation! Er kennzeichnet lediglich den zusätzlichen Wärmeabfluss (zweidimensionaler Wärmestrom) im Verhältnis zum ungestörten Bereich (eindimensionaler Wärmestrom).